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Das Wappen
Die Wappenverleihung wurde am Pfingstsonntag 1991 gefeiert. Das Wappen zeigt in Schwarz eine rote linke Breitblankenflanke mit goldenem Schwert. Es steht für die vereinten Gemeinden Leisach und Burgfrieden. Das Schwert symbolisiert die Pfarre zum Erzengel Michael, die schwarzen Zinnen erinnern an die Talsperre bei Burgfrieden. Die Farben der Gemeindefahne sind Gelb und Rot.

Der Gemeindename
Eine erste urkundliche Nennung des Dorfes findet sich um etwa 1050 in einem Vertrag des Brixner Bischofs Altwin: Man schreibt LIUBSCAH oder auch LIUBISACH. Der Dorfname ändert sich häufig, wohl je nach Laune des Aktenschreibers, das Grundwort aber ist "liub", das sowohl im Altslawischen als auch im Althochdeutschen "nett" oder "angenehm" bedeutet.
Noch um 1503 schreibt man LEWSACH, das sich bald zu LEUSSACH (1545) Ändert und im Laufe der Jahre zum vertrauten LEISACH wird.

Familiennamen
Der am häuigsten auftretende Familienname ist "Senfter".

Geschichte der Gemeinde Leisach
Es darf angenommen werden, dass das Gebiet von und um Leisach wegen der günstigen und sonnigen Lage schon zur Zeit der Kelten (Laianken) ein begehrtes Siedlungsgebiet gewesen sein muss. Zur Römerzeit führte eine Strasse von Agunt über Leisach und Burgfrieden nach Brixen (Römerstein in Burgfrieden). Eine Siedlung in dieser Zeit ist geschichtlich nicht erwiesen, doch dürfte es im Gebiet des heutigen Leisach einzelne Hälfe gegeben haben. Erst während der Slawenzeit soll eine geschlossene Siedlung mit der Bezeichnung "Liubscach" oder "Liubisach" entstanden sein. Um 1060 wird "Liubisach" in einer Brixner Urkunde erstmals erwähnt. Um 1100 übergibt Graf Heinrich von Lechsgemände dem Bischof von Brixen ein nicht näher bekanntes Schloss bei Liubisach. Diese "Schloss" war mit Sicherheit die Neuenburg oder Nivenburg, auf der die Herren von Nivenburg hausten. Urkundlich werden Alban, Heinrich, Conrad und Hugo die Nivenburger genannt: Diese waren wohl zu Anfang Ministerialen der Brixner Bischöfe, dann aber Dienstleute der Görzer Grafen. Diese Nivenburg war somit die Kernzelle der späteren Klause, die man schon bald (1253) als "Lienzner Klause" bezeichnete. Erwähnenswert ist noch ein anderer "Burgstall" auf Leisacher Boden. Diese sagenumwobene kleine Befestigungsanlage am Abhang des Schlossberges wurde lange Zeit für die Nivenburg gehalten; erst neuere Forschungen erbrachten den richtigen Standort. Dieses "Rabagschlössl", wie es im Volksmund bezeichnet wird,    war wohl eine der vielen Burganlagen im Kranz um Lienz und sicher zum Schutz der Stadt von den Görzern im 13. Jhdt. erbaut. Nur noch karge Reste dieser Burg blieben erhalten. Um 1300 wird im Urbar (= Verzeichnis von Herrschaftsgründen und ihren Einkünften) der Görzer Grafen
Liubisach als einer der Hauptorte des Amtes Lienz genannt.
1545 wird in einer Steuerbeschreibung des Pustertales auch die "Rotte Leussach"  erwähnt.

Geschichte der Kirche
Wann die erste Kapelle oder Kirche in Leisach erbaut wurde kann man nicht mehr zurückverfolgen. Sicher ist, dass Leisach in seelsorglicher Hinsicht eine "Filiale" der karolingischen Reichspfarre von Dölsach war. Bald nach der Gründung von Lienz wurde Leisach zusammen mit Burgfrieden und Bannberg ein eigenes Vikariat. Um 1264 wird die Kirche von Leisach zum ersten Mal erwähnt: Erzbischof Ulrich von Salzburg lässt hier - wie in einigen anderen Gotteshäusern - den Bannbrief gegen einen unbotsmässigen Dompropst verkünden. Nach 1652 wurde die inzwischen baufällig gewordene  Kirche gründlich renoviert. Die jahrelang andauernde Generalsanierung verlangte vom Kirchenvolk viel Ausdauer und Opfersinn: aber es war ja auch ihre Kirche.   Die stark umgebaute Kirche wurde 1679 geweiht. In den Jahren 1684 und 1734 wurde die Kirche durch Dorfbrände in Mitleidenschaft gezogen, weiter aber nicht ernsthaft beschädigt. Schwerer beschädigt wurde die Kirche durch einen Brand im Jahr 1749 als neben den Glocken auch der Turm, das Dach, sowie Innenteile der Kirche vernichtet wurden. Nach dem Wiederaufbau erlitt die Kirche zur Franzosenzeit (1809) erneut schwere Brandschäden. Bis 1839 konnte die Kirche wieder barockähnlich renoviert werden. Der Kötschacher Maler Christoph Brandstätter malte die passenden Fresken. 1891 wurde Leisach eine eigene Pfarrei. 1910, im Zuge der Regotisierung, erhielt das Gotteshaus drei Altäre von Josef Bachlechner (Hall). Im Jahre 1980 begann die "grosse" Renovierung der Pfarrkirche, die 1984 abgeschlossen werden konnte. Im Jahr 2000 wurde zu guter Letzt noch die neue Leichenhalle eingeweiht. 

Schulwesen
Seit dem Jahr 1727 scheint es in Leisach Schulbetrieb zu geben. Denn von diesem Jahr an bis 1782 taucht immer der Lehrername Kröll als Schullehrer auf. Ab dem Jahr 1785 übernimmt laut Verfachbuch- Landgericht Lienz, Johann Linder den Unterricht. Zu dieser Zeit besuchten 54 Buben und 38 Mädchen den Unterricht. Im Jahre 1807 übernimmt Josef Kreuzer das Lehramt. Dieser Name Kreuzer zieht sich bei den Schullehrern bis ins Jahr 1885. Von 1885 bis 1926 wirkte Andrä Weingartner als Lehrer in Leisach. Nach ihm wurde auch das ehemalige Schulhaus und heutige Gemeindehaus in "Haus Weingartner" benannt und es wurde ihm auch der Titel "Ehrenbürger von Leisach" für 40-jähriges Wirken in der Schule verliehen. Als weiterer Schulleiter fungierte bis 1951 Franz Senfter. ImageIn seiner Zeit entstand auch das neue Schulhaus. Der Grund für einen erzwungenen Schulhausbau waren einerseits die getrennte Schulführung in zwei Häusern (Schwingerhaus und Gemeindehaus) und andererseits die steigenden Schülerzahlen. Behindert durch viele Probleme, auch die Wirren des 2. Weltkrieges spielten hier herein, hingegen durch grossen Einsatz des damaligen Gemeindevorstandes BM Johann Oberwalder konnte der Neubau doch realisiert werden. Nach den Schulleitern Franz Föger (bis 1966), Therese Benesch (bis 1967) führte OSR Josef Oberwalder 33 Jahre (er wurde dafür mit dem Ehrenzeichen der Gemeinde ausgezeichnet) bis zum Jahr 2000 die Geschicke der Volksschule Leisach. Neuer Direktror ist seit 2004 Andreas Köck, der die Schule 2001 als provisorischer Leiter übernahm.

Besonderheiten und Katastrophen

Die Lienzer Klause
Eine halbe Gehstunde vom Dorf Leisach entfernt liegt die Lienzer Klause. Unter einer Klause verstand man eine Befestigung zur Absperrung und Verteidigung der Straße. Die ältesten Teile der Lienzer Klause stammen aus dem Jahr 1240 und wurden vom Bischof von Brixen zum Schutz gegen die Görzer Grafen errichtet. Bald geriet die Befestigung jedoch in die Hände dieses Grafengeschlechtes. Um 1670 wurde sie im Hinblick auf die drohende Türkengefahr verstärkt. Seit dem 14. Jhdt. war die Lienzer Klause nachweisbar der Sitz eines eigenen kleinen Gerichtes, das erst 1806 mit dem Landgericht (Sitz in Lienz) vereinigt wurde. Aus einem Weistum über das Gericht Lienzer Klause aus dem Jahre 1599 erfahren wir: "Die Untertanen des Gerichts müssen in der Zeit der Not, so ein Geschrei von Ungläubigen oder sonsten von Feinden auskommt, ihr Weib und Kind, Hab und Gut verlassen und also der Klausen zur Rettung und Beschützung bereit sein." Dafür waren sie vom
Marktzwang der Stadt Lienz befreit und durften ihre Erzeugnisse überall in der Grafschaft Tirol, wo sie wollten, zum Kauf anbieten. In den Franzosenkriegen von 1809 erlangte die Klause noch einmal strategische Bedeutung. In einem heldenhaften Gefecht verwehrte das Pustertaler Aufgebot dem französischen General Rusca den Weitermarsch durchs Pustertal. Ein Gedenkstein vor der Klause trägt folgende Inschrift:
"Am 8. August 1809 wurde die Lienzer Klause von den Tirolern unter den Schützenkommandanten Anton Steger, Georg Hauger, Adam Weber, Josef Achamer und Markus Hibler heldenmutig gegen eine zwanzigfache Übermacht von Franzosen und Italienern verteidigt und der französische General Rusca, der gerade 10 Dörfer um Lienz niederbrennen ließ, zum Abzug von Lienz dadurch gezwungen."
Unter den niedergebrannten Dörfern befand sich auch Leisach, in dem nur zwei Häuser von den Flammen verschont blieben.
Albin Egger-Lienz verewigte das Gefecht in der Lienzer Klause am 8. August 1809 in seinem berühmten Bild "Das Kreuz", das die Tiroler Landstürmer mit einem von Georg Hauger vorangetragenen Feldkreuz zeigt. Georg Hauger war ein Student aus Freiburg im Breisgau, der freiwillig die Tiroler Freiheitskämpfer unterstützte. Er schloss sich den Pustertaler Landstürmern an, die die
Lienzer Klause verteidigten. Als eine zu weit vorgedrungene Abteilung weichen musste und von den Franzosen zerstreut wurde, sammelte er die Fliehenden und führte sie, ein Kreuz vorantragend, in die Klause zurück. 1823 befand sich Georg Hauger in der kleinen Gruppe von Kaiserjägeroffizieren, die Andreas Hofers Gebeine aus Italien nach Tirol brachte, wo sie in der Innsbrucker Hofkirche beigesetzt wurden. Hier ruhen auch seine sterblichen Überreste neben den Speckbachers und Haspingers.
Heute ist die Lienzer Klause eine Ruine. Durch private und öffentliche Mittel wird ihr totaler Verfall verhindert.
(zit. Oberwalder, Josef, BK 1993, S 136)


Katastrophen
Aus der Kirchenchronik kann entnommen werden, dass es 1684, 1734 und 1749 zu Großbränden im Ortskern kam, bei denen zwischen 5 und 6 Häusern und zum Teil auch die Kirche  dem Feuer fast gänzlich zum Opfer fielen.
Auch im Jahr 1809 wurde Leisach im Zuge der Franzosenkriege fast zur Gänze eingeäschert. Eine weitere Feuersbrunst, der 5 Häuser zum Opfer fielen, datiert in das Jahr 1905.
In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts drang das Wasser der Drau bis an den Rand des am  sonnseitigen Hang gelegenen Dorfes vor und Überschwemmte große Teile des in der Talsohle gelegenen Gemeindegebietes.

1917 kam es neuerlich zu einer Wasserkatastrophe, bei der fruchtbarer Boden verwüstet wurde. Bei den großen Hochwasserkatastrophen der Jahre 1965 und 1966 konnte die Drau zwar in ihrem Bett gehalten werden, kleinere Bäche aber vermurten einzelne Dorfteile.

Bedeutende Persönlichkeiten
Franz Raßner
, geboren in Leisach und Bildhauer in Sterzing, gestaltete und stiftete 1681 für die Kirche in Leisach einen Altar, von dem heute noch die Pieta  und ein großes Kreuz erhalten sind.
Michael Raßner, ein Bruder des Franz Raßner, wirkte als Bildhauer in Brixen. Er gestaltete 1716 die Madonna, die heute am Johannesplatz in Lienz auf einer Säule steht.
Sehenswerte Gipsreliefs des Jacob Gliber (1825 bis 1917) schmücken das alte Gemeindehaus (vormals "Schwinger"), das dem Künstler als Alterssitz diente.
Der in Ainet geborene, in Mänchen und Wien geschulte Bildhauer schuf bedeutende Werke aus Holz und Stein für die Stiftskirche in Admont, die Votivkirche in Wien, den Toblacher Kalvarienberg, das Pfarrhaus in Ainet.
Auch als Volkssänger war Gliber bis ins hohe Alter tätig und anerkannt.
Fridolin Zanon (geb. 1923), Landesrat der Tiroler Landesregierung von 1975 bis 1989; vielfältige Auszeichnungen von Bund, Land, Verbünden; Ehrenbürger der Gemeinde Leisach.

Letztes Update ( Freitag, 12 November 2004 )